Monat:
 Febr.   Diskussionsabend
Datum:  28.02.2002

Zeit:

 19:30 Uhr

Ort: 

 Lesecafe "Buch und Leben" 
Ein Abend mit Freia Klier. Sie wird aus Ihrem Leben und u. a. auch über die Vor- und Nachwendezeit als Mitglied des Neuen Forums erzählen.
         
Der Abend mit Freya Klier ist auf Grund des großen Interesses (ca. 75 Zuhörer) kurzer Hand vom Lesecafe ins Kirchgemeindehaus verlegt worden.
 
Resümee in der "Freien Presse" vom 2./3. März 2002
Ins Vergessene gelockt
Freya Klier stellt in Burgstädt ihr neues Buch "Brüder und Schwestern" vor.
Artikel von Ute Ihle
  Tiefgang wie bei einer U-Boot-Fahrt erwartete die Besucher des Leseabends mit Freya klier. Weit hinunter in die Tiefen des Vergessenen und des Verschwiegenen lockte die heute in Berlin lebende Schriftstellerin ihre Zuhörer.
  Eigentlich sollte man Freya Klier Autorin nennen. Der Unterschied zur Schriftstellerin ist, dass sie sich die Geschichten nicht selbst ausdenkt, sondern die anderer aufbereitet. In ihrem zum Leseabend vorgestellten Buch "Brüder und Schwestern" arbeitet sie erneut Ost-West-Problematiken aus der ihr eigenen "etwas anderen" Sicht auf.
  Freya Klier, Jahrgang 1950, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Fast scheint es, als hätten der ehrlichen und engagierten Frau die Jahre im Gefängnis, Berufsverbot in der DDR und Repressalien eher den Rücken gestärkt, als das Rückgrat gebeugt. Sie weiß, wovon sie schreibt, wenn es um die Opfer des DDR-Regimes geht. Sie hat Einblick, agiert, ja jongliert mit dem noch vertraut klingenden politischen Vokabular. Dabei schafft sie es, zudem noch interessant und packend zu erzählen.
  Wie von Peter D., einem Hamburger der einst in die DDR ging, dort selbst als Kommunist Schlimmstes erlebte und bis heute mit der Mitschuld am Freitod seines Freundes nicht klar kommt. "Damit möchte ich an die Opfer erinnern, denen heute viel zu wenig Aufmerksamkeit gezollt wird", so Klier. In der zweiten vorgestellten Geschichte berichtete sie von einem ehemaligen Schauspielerkollegen, der heute wie ein Clochard in Paris in einer Metrostation musiziert. Authentisch, packend, die Lust auf mehr weckend. Im Anschluss  stellte sie sich den Fragen der Zuhörer. Wie sie zur PDS stünde. "Scharf und analytisch. Deswegen haben de Angst vor mir" , erzählte sie von Ausladungen aus Talk-Shows, weil Politgrößen wie Gysi es ablehnten, mit ihr öffentlich zu diskutieren. Sie bekommt die ihr zugedachte  Strategie des Totschweigens täglich zu spüren, ebenso, dass sie beobachtet wird. "Ich sehe meine Aufgabe darin, die Menschen aufzuklären", versicherte Frau Klier. Dem Verein "Aktiv leben." , unter dessen Regie der Leseabend gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert wurde, machte sie Mut zum Weiterarbeiten.
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